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HornhauttransplantationDie Hornhaut hat als "Windschutzscheibe des Auges" drei wesentliche Aufgaben für das Sehvermögen: Sie muss durchsichtig sein, damit das Licht ungehindert zur Netzhaut gelangt. Ihre Wölbung verleiht dem Auge einen großen Teil seiner Brechkraft, die eine scharfe Abbildung der Außenwelt auf der Netzhaut ermöglicht. Und die Hornhaut muss fest sein, weil sie Teil der schützenden und formgebenden Hülle des Augapfels ist.
Sind diese Funktionen nicht mehr gewährleistet, kann manchmal nur noch eine Hornhauttransplantation, die so genannte Keratoplastik, das Sehvermögen des Patienten erhalten. Hochpräzise Augenchirurgie Bei der "klassischen" durchgreifenden, also alle Hornhautschichten ersetzenden, Keratoplastik wird mit einem speziellen Instrument ein kreisrundes Scheibchen aus der erkrankten Hornhaut herausgeschnitten. Ein exakt gleich großes Scheibchen wird aus dem Zentrum der Spenderhornhaut entnommen. Mit feinsten Nähten fixiert man dieses dann in der Öffnung des Empfängerauges. Die Operation wird unter dem Operationsmikroskop durchgeführt, um die höchste Präzision des Eingriffs sicherzustellen. Bei der lamellären Keratoplastik wird nur die erkrankte Schicht der Hornhaut durch Spendergewebe ersetzt, seien es die hinteren Hornhautanteile (endotheliale lamelläre Keratoplastik), seien es die vorderen Anteile – etwa bei Narben oder Verdünnung (vordere (tiefe) lamelläre Keratoplastik). Ist die Deckzellschicht der Hornhaut geschädigt und kann sich nicht mehr von selbst regenerieren, setzt man auf die Transplantation von sogenannten Limbus-Stammzellen, der Regenerationsquelle der Deckschicht der Hornhaut. Die Limbusstammzellen werden entweder aus dem Partnerauge des Patienten oder von einem Spender entnommen. Aktuelle Forschungsprojekte, in die auch OcuNet Zentren eingebunden sind, befassen sich mit der Entwicklung von künstlichen Hornhäuten. Heilungsverlauf Oft muss der Patient nach dem Eingriff Augentropfen und eventuell –salben über Monate oder Jahre, vielleicht lebenslang, nehmen. Um die bestmögliche Sehschärfe zu erreichen, werden zumeist eine Brille oder Kontaktlinsen notwendig sein, deren Stärke sich noch häufig ändern kann. Die feinen Nähte, mit denen das Transplantat bei der klassischen Keratoplastik befestigt wird, müssen – meist nach ein oder zwei Jahren – wieder entfernt werden. Wann der richtige Zeitpunkt dafür ist, bestimmt der Augenarzt. Korrektur der Sehschärfe Die "neue" Hornhaut wird nie die Stabilität einer nicht operierten Hornhaut erreichen, im Bereich der Naht verbleibt eine feine Narbe. Das operierte Auge sollte daher vor unnötigen Verletzungsgefahren geschützt werden – beispielsweise durch das Tragen einer Schutzbrille beim Sport. Wichtig: Kontrolluntersuchungen Eine - manchmal unvermeidliche - langfristige Behandlung mit kortisonhaltigen Augentropfen kann beispielsweise dazu führen, dass der Augeninnendruck ansteigt. Dies muss dann behandelt werden, damit kein Glaukom (Grüner Star) entsteht. Wie nach jeder Gewebe- oder Organtransplantation kann auch noch Jahre nach der Verpflanzung eine Abstoßungsreaktion auftreten. In den ersten drei Jahren nach der Transplantation ist das Risiko dafür am höchsten. Rötungen, Lichtempfindlichkeit, Schmerz und Berührungsempfindlichkeit, aber auch verschwommenes Sehen, die länger als einige Stunden andauern, können Symptome einer Abstoßung sein – der Patient sollte dann unverzüglich zum Augenarzt oder direkt in seine Augenklinik gehen. Früh genug erkannt, kann die Abstoßung durch Augentropfen gestoppt und das Transplantat klar erhalten bleiben. Hornhauttransplantate Spenderhornhaut
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