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Pressemitteilung 2011 Lotse im Versorgungsnetz: |
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Die Situation für Menschen mit degenerativen Augenerkrankungen hat sich in den letzten Jahren erheblich verbessert. Dank neuer Therapien kann der Krankheitsverlauf heute in vielen Fällen aufgehalten werden. Ist eine Sehbehinderung nicht zu vermeiden oder umzukehren, gibt es zahlreiche nicht-medizinische Dienstleistungs- und Hilfsangebote, die Betroffenen weiterhin ein selbstständiges Leben mit Perspektiven für Beruf und Freizeitgestaltung ermöglichen. Augenärztliche Einrichtungen in der OcuNet Gruppe haben zusammen mit dem AMD-Netz NRW und dem Bayerischen Blinden- und Sehbehindertenbund (BBSB) ein Fortbildungskonzept entwickelt und umgesetzt, um bei Fachkräften in den augenärztlichen Praxen das Wissen um die nicht-medizinischen Angebote zu vertiefen. Ziel ist, dass die augenärztliche Einrichtung über die medizinische Basisversorgung hinaus die Schnittstelle zu optischen und sozialen Hilfsangeboten optimal abdeckt und eine Lotsenfunktion im weiterführenden Versorgungssystem übernimmt. Die Zahl der von Sehbehinderung betroffenen Menschen ist hoch. Dabei ist die Altersbedingte Makuladegeneration (AMD) immer noch eine der häufigsten Erblindungsursachen. Bei dieser Erkrankung entsteht über der Sehfeldmitte allmählich ein dichter und größer werdender „grauer Fleck“, der das zentrale Sehen behindert. Das Statistische Bundesamt beziffert die Gesamtzahl der Blinden und Sehbehinderten auf ca. 350.000; der überwiegende Anteil (über 76 %) davon ist älter als sechzig Jahre (Quelle: Statistik der schwer behinderten Menschen 2007). Diese Angaben berücksichtigen jedoch nur die besonders schwer betroffenen Menschen, tatsächlich ist die Zahl der Sehbehinderten deutlich höher. Deutschlandweit wird die Zahl der an AMD Erkrankten mit 4,5 Millionen angegeben. Viele benötigen Unterstützung und Schulung, um auch mit Behinderung ihre Unabhängigkeit und Lebensqualität zu wahren. Das Angebot dazu ist umfangreich, jedoch fehlt es an einer zentralen Steuerung und Koordination. Das jetzt von den drei Organisationen entwickelte Konzept sieht vor, dass Betroffene und deren Angehörige bereits in der Augenarztpraxis auf die Angebote hingewiesen werden. „Das Know-how der etablierten Beratungsstellen und Selbsthilfeorganisationen können und wollen wir natürlich in den augenärztlichen Praxen nicht ersetzen“, so die Initiatoren des Projektes. „Vielmehr wollen wir dazu beitragen, den Weg zwischen Diagnosestellung und sinnvollen Beratungen durch Fachleute und Maßnahmen wie z.B. Schulung zu Orientierung und Mobilität durch gezielte Information über Angebote und Anbieter abzukürzen.“
Auch Prof. Heribert Meffert, Initiator und Vorstand des AMD-Netz NRW, freut sich, dass der erste Schritt getan ist: „Die Fortbildung ist ein Pilotprojekt im größeren Zusammenhang der Maßnahmen des AMD-Netz NRW zur ganzheitlichen Verbesserung der Versorgung der Patienten. Wir werden das Fortbildungskonzept modular für alle Augenärzte weiterentwickeln und erproben.“ Für Christian Seuß, Landesgeschäftsführer des BBSB, ist das Gemeinschaftsprojekt wegweisend für eine zukunftsorientierte Zusammenarbeit zwischen Augenärzten und Selbsthilfe.
Die OcuNet Gruppe ist ein bundesweites augenärztliches Netzwerk. Die gemeinsame Grundlage der Arbeit unter der Philosophie „Qualität im Auge“ ist eine qualitativ hochwertige Versorgung in der In der OcuNet Gruppe wurden in 2010 über 4,4 Millionen Menschen augenmedizinisch betreut und versorgt. Der größere Anteil dieser Patienten wurde von den OcuNet Praxen und den OcuNet Zentren konservativ behandelt, über 197.000 Menschen haben sich bei einem Zentrum der OcuNet Gruppe in chirurgische Behandlung begeben. Die OcuNet Gruppe umfasste Ende 2010 622 augenmedizinische Einrichtungen.
Das AMD-Netz NRW ist ein medizinisch-soziales Netzwerk, das einen innovativen Ansatz zur Verbesserung der Versorgung von Patienten mit AMD bietet. Basierend auf in Forschungsuntersuchungen identifizierten Versorgungs- und Vernetzungslücken verfolgt das Netzwerk schwerpunkt-mäßig folgende Ziele:
In dem im Mai 2011 gegründeten Netzwerk wirken alle relevanten medizinischen und nicht-medizinischen Versorger aus NRW mit. Ein zentrales Leistungsangebot des Netz-werks ist die AMD-spezifische, interaktive Internetplattform (www.amd-netz.de).
Der Bayerische Blinden- und Sehbehindertenbund e.V. (BBSB) ist die Selbsthilfeorganisation Bayerns für blinde, sehbehinderte und zusätzlich gehandikapte Menschen. Ziel der Selbsthilfeorganisation ist es, mit folgenden Beratungs- und Hilfsangeboten alles dafür zu tun, dass blinde und sehbehinderte sowie zusätzlich gehandikapte Menschen ein selbstbestimmtes und möglichst selbstständiges Leben führen und am Leben der Gemeinschaft teilhaben können:
Der BBSB e.V. vertritt die Interessen von über 76.000 blinden und sehbehinderten Menschen in Bayern und ist im Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband e.V. (DBSV) organisiert.
Dipl.-Volkswirtin Ursula Hahn, M.B.A. (USA)
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