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Pressemitteilung 2008

Hornhautspende:
Geschenktes Augenlicht

 
     
 

Düsseldorf/München -Beim Thema Organspenderausweis denken die meisten Menschen an Herz- oder Nierentransplantate. Doch auch Hornhäute, so genannte Gewebetransplantate, werden dringend benötigt. Die OcuNet Gruppe und die dazugehörige Hornhautbank München rufen deshalb zur Hornhautspende auf.

Die Augenhornhaut ist unser Fenster zur Welt. Verändert sich das klare Gewebe durch eine Verletzung oder Erkrankung der Augen, kann oft nur die Transplantation von Spendergewebe helfen. Weltweit ist diese Operation die erfolgreichste und am häufigsten durchgeführte Art der Transplantation. Alleine in Deutschland rettet sie jährlich rund 6.000 Menschen das Augenlicht. Wenn es genügend Transplantate gäbe, könnten es doppelt so viele sein. Die OcuNet Gruppe und die Hornhautbank München appellieren deshalb an die Öffentlichkeit, sich mit der Möglichkeit der Gewebespende auseinanderzusetzen.

Nahezu jeder Verstorbene kommt als potenzieller Spender in Frage. Anders als zum Beispiel bei der Spende von durchbluteten Organen ist die Entnahme bis zu 72 Stunden nach dem Tod möglich. "Zu diesem Zeitpunkt stehen Hirn- und Herztod zweifelsfrei fest und Hinterbliebene sind mit einer möglichen Entscheidung nicht unter Druck", sagt  Professor Dr. Thomas Neuhann, Medizinischer Leiter der Hornhautbank München und des OcuNet Zentrums München. Die Entnahme dauert nur kurze Zeit. In den Hornhautbanken – ca. 25 solcher Einrichtungen gibt es in Deutschland – wird das Gewebe unter strengen Qualitätskriterien getestet, konserviert und an einen passenden Empfänger vermittelt. 

Hornhautbank München arbeitet mit "Qualität im Auge"
Das OcuNet Zentrum München, zu dem auch die Hornhautbank München gehört, ist eines von derzeit 15 chirurgischen Zentren der OcuNet Gruppe. 2007 wurden in den OcuNet Zentren insgesamt 1.387 Hornhauttransplantationen und hornhautchirurgische Eingriffe durchgeführt. Die unabhängig von einer Klinik arbeitende Hornhautbank München wurde 1991 als Deutschlands erste gemeinnützige Spenderbank für Augenhornhäute gegründet und versorgt Augenkliniken bzw. niedergelassene Augenärzte in ganz Europa mit Transplantaten.

Qualität im Auge im Sinne einer optimalen Patientenversorgung ist Maxime für alle Einrichtungen der OcuNet Gruppe.  Das gilt gerade auch für die Versorgung mit Spenderhornhäuten. "Nur wenn alle Spenderbanken zusammenarbeiten, können die Versorgungswege auch künftig gesichert werden", sagt die Geschäftsführerin der Münchener Hornhautbank Andrea Gareiß-Lok. Deshalb hat das Institut eine Datenbank eingerichtet, in der andere Banken Transplantate einstellen können, die sie selbst gerade nicht vermitteln können. Qualitätskriterien, die aufgrund einer EU-Direktive in Zusammenarbeit mit anderen Hornhautbanken entwickelt wurden, sichern eine einheitlich hohe Qualität der Prozesse und Transplantate.

Spendenbereitschaft dokumentieren 
Jedes Transplantat ist ein geschenktes Augenlicht. Menschen, deren Hornhaut zum Beispiel vernarbt, stark verformt oder eingetrübt ist, haben beste Chancen durch die Gewebeverpflanzung wieder klar sehen zu können. Über 90 Prozent dieser Operationen führen zum Erfolg. "Wir wünschen uns deshalb, dass sich viel mehr Menschen einen Ruck geben und ihre Spendenbereitschaft dokumentieren - am besten in einem Organspenderausweis", appelliert Prof. Neuhann. Auf diesem Papier kann man ausdrücklich festlegen, welche Gewebe oder Organe nach dem Tod entnommen werden dürfen. Wer sich zur Hornhautspende bereiterklärt, muss also nicht befürchten, dass gegen seinen Wunsch zum Beispiel auch Herz oder Niere entnommen werden.

Darüber hinaus sollten unbedingt auch die Angehörigen über die Spendenbereitschaft informiert sein. Zwar gilt der Wille des Verstorbenen, doch wenn die Hinterbliebenen am Ende anders entscheiden, wird kein Krankenhaus das Recht zur Entnahme durchsetzen wollen. Ein klärendes Gespräch zu Lebzeiten vermeidet solche Situationen und gibt Hinterbliebenen die Sicherheit, dass die Gewebe- oder Organspende wirklich im Sinne des Verstorbenen erfolgt.

Organspenderausweise stehen als Download zur Verfügung.

Die OcuNet Gruppe ist ein bundesweites Netzwerk von derzeit 15 großen augenchirurgischen Zentren und rund 1.500 primär nicht operierenden Augenärzten mit „Qualität im Auge“. Gemeinsamer Anspruch ist es, Patienten die bestmögliche Behandlungs- und Ergebnisqualität in der gesamten diagnostischen und therapeutischen Versorgungskette der Augenmedizin zu bieten. Dafür realisieren die Akteure unter anderem ein einheitliches Qualitätsmanagement, das alle Abläufe insbesondere auch an den Schnittstellen von operativer und konservativer Behandlung nach strengen DIN EN ISO Normen regelt.

OcuNet Ärzte verteilen sich über ganz Deutschland. Große chirurgische Zentren mit mehreren Einrichtungen in den Bundesländern und Regionen gibt es in: Niederbayern, München, Nürnberg/Fürth, Baden-Württemberg, Nordrhein, Mainfranken, Ostwestfalen Lippe, Münsterland Ost, Ahaus, Rhein-Main/Lahn-Dill, Weser-Ems, Berlin/Brandenburg, Braunschweig und Hamburg.

Die Hornhautbank München wurde 1991 von Prof. Dr. Thomas Neuhann als unabhängige und gemeinnützige Institution gegründet. Seit 2006 ist die Hornhautbank nach dem internationalen Qualitätsstandard DIN EN ISO 9001:2000 zertifiziert. Sie ist Bestandteil der OcuNet Gruppe. In München werden jährlich rund 25-30 Prozent, der in Deutschland benötigten Hornhaut-Transplantate vermittelt.

Für weitere Information wenden Sie sich bitte an:

OcuNet GmbH & CO KG
Ursula Hahn (MBA)
Friedrichstr. 47
40217 Düsseldorf
Tel.: 0211 / 179 32 66
Fax: 0211 / 179 32 67
E-Mail:
www.ocunet.de

Hornhaut Bank München GmbH
Andrea Gareiß-Lok (CEBT)
Nederlingerstr. 35
80638 München
Tel.: 089 / 13 29 10
Fax : 089 / 13 29 11
E-Mail:
www.hornhautbank-muenchen.de

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